Werkzeugbau: Hinterschneidung mit Einfallkern

Zu den Anforderungen unserer Kunden gehören immer komplexere Bauteile zu möglichst kostengünstigen Preisen. Um diesen Wünschen gerecht zu werden, haben wir uns kontinuierlich ein beachtliches Know-How im Bereich der Entformung von Gewinden (siehe Ausgabe 2 unseres Magazins KUNSTleseSTOFF) und Hinterschneidungen angeeignet. Für die kostengünstige Herstellung eines Bauteils mit Hinterschneidungen wenden wir eine besondere Technik an, die wir Ihnen hiermit genauer vorstellen möchten: Zum Einsatz kommt dabei ein Einfallkern.

Mit Hilfe eines solchen Einfallkerns können Hinterschneidungen von bis zu 20 Prozent frei fallend im Spritzgießwerkzeug entformt werden. Je nach Art des Bauteils wird der dazu benötigte Einfallkern speziell auf die Erfordernisse abgestimmt und einzeln hergestellt. Durch die Bauweise mit einem Mittenkern ist es auch möglich, eine Kühlung bzw. eine Temperierung einzubringen. Mit der richtigen Beschichtung der beweglichen Elemente kann heute problemlos eine Werkzeugstandzeit von mindestens 300.000 Schuss erreicht werden.

Die Hinterschneidung mittels eines Einfallkerns hat zahlreiche Vorteile. Eine Nacharbeit am Kunststoffbauteil ist nicht mehr erforderlich, und eine individuelle Anpassung an den Artikel ist möglich. Das Verfahren ist sowohl für Einfach- als auch für Mehrfachwerkzeuge geeignet. Zu den weiteren Vorteilen gehören die bereits erwähnte hohe Standzeit und die Möglichkeit, eine Kühlung einzubringen.

Aufgrund der Einzelanfertigung ist diese Technik allerdings mit hohen Investitionskosten verbunden. Da mindestens drei bewegliche Elemente vorhanden sind, hat man auch mehrere Trennlinien. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Größe der Hinterschneidung aufgrund der Konstruktion auf etwa 20 Prozent eingeschränkt ist.

Dieser Artikel ist in unserem Kundenmagazin KUNSTleseSTOFF erschienen.
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