Additive – Unendliche Möglichkeiten

Was unsere tägliche Arbeit mit Kunststoff so spannend macht, sind die unendlichen Möglichkeiten, diesen Werkstoff variabel einzusetzen.

Die Funktionen können fast unendlich modifiziert werden, um die gewünschten Eigenschaften zu erzielen. In enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Lieferanten realisieren wir Projekte, die Produkte hervorbringen, die exakt den gewünschten Anforderungen entsprechen.

Wir haben mit unserem Kunden ein Bauteil entwickelt, das hochkälteschlagzäh und UV-beständig sein sollte. Diese Eigenschaftsveränderung kann man durch die Zugabe von bestimmten Additiven erreichen.
Die unterschiedlichen Möglichkeiten der Eigenschaftsveränderungen sind vielfältig:

Es können Füll- und Verstärkungsstoffe und Funktions­additive kreiert werden, die elektrische Leitfähigkeit und der Flammschutz können verbessert werden. Dank bestimmter Additive können Werkstoffe antistatisch und UV-stabilisiert werden, auch die Wärmealterungsbeständigkeit und die dynamischen Eigenschaften können so nach Wunsch angepasst werden.

Die Möglichkeiten von Additiven

  • Funktionsadditive
  • dynamische Eigenschaften
  • Wärmealterungsbeständigkeit
  • verbesserter Flammschutz
  • elektrisch leitfähig
  • antistatisch
  • UV-stabilisiert

Wie entstehen elektrisch leitfähige Bada Compounds?

Durch den Zusatz von leitfähigen metallischen bzw. kohlenstoffhaltigen Stoffen. In Abhängigkeit von der geforderten Höhe des spezifischen Oberflächenwiderstandes werden folgende Füllstoffe einzeln oder in Kombination verwendet:

  • Kohlefaser
  • Leitruß
  • Graphit
  • Partikel und Fasern aus Kupfer und Stahl
  • Permanentantistatika

Damit lassen sich Oberflächenwiderstände von 109 Ω (antistatisch) bis 102 Ω (leitend) prozesssicher einstellen. Daneben erfüllen die Füllstoffe bzw. Füllstoffkombinationen
auch die Forderungen zur elektro-magnetischen Verträglichkeit von Komponenten und Bauteilen.
Mit Abschirmwerten bis 60 dB eignen sie sich z. B. gut als Ersatz für in Gehäusen nachträglich aufgebrachte Schichten aus Al, Cu oder Zn.

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Bei der Messung der Zugfestigkeit wird ein Zugstab langsam gezogen, bis er bricht. Daraus kann die Zugfestigkeit berechnet werden.

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Bei der Messung der Schlagzähigkeit nach Charpy wird der genormte Prüfstab an beiden Enden gehalten und in der Mitte angeschlagen. Werkstoffe mit einer sehr hohen Schlagzähigkeit brechen hierbei nicht.

Was spricht gegen Additive?

  • Additive, die die elektrische Leitfähigkeit erhöhen, ergeben zwangsläufig eine schwarze Materialfarbe, da Leitruße, Graphit oder Kohlefasern verwendet werden.
  • Die Kombination von verschiedenen Additiven ist teilweise schwierig, da einzelne Additive die Wirkung von anderen Additiven entgegenwirken.
  • Additive erhöhen den Preis des Materials und können durch Sonder-Compoundierung die Produktions­kosten weiter erhöhen.
  • Additive beeinflussen die Verarbeitbarkeit des Werkstoffes. Je mehr Additive zugeführt werden, desto enger wird das Verarbeitungsfenster.
Dieser Artikel ist in unserem Kundenmagazin KUNSTleseSTOFF erschienen.
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